Mohammed-Karikaturen

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Osterhasi
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Beitrag von Osterhasi » Do Jan 15, 2015 2:37 pm

jürgen todenhöfer interview mit einem deutschen is kämpfer

http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/ ... 76670.html
"Es ist ausgesprochen verdrießlich, so etwas Revolutionäres wie Sarkasmus erfunden zu haben und mit ansehen zu müssen, wie es von Amateuren missbraucht wird."

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Grent
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Beitrag von Grent » So Jan 18, 2015 1:32 pm

masta_stefant hat geschrieben:Ich denk allerdings, genau das ist der springende Punkt .. Die Wurzel ist finde ich genau eben nicht Religion oder sonst was. Das mit dem Hirn einschalten zieht sich ja quer durch alle Bereiche. Religion hat halt historisch bedingt den größten Anpinkel-Faktor, nachdem das quasi per Definition ein sehr emotional beladenes Thema ist,
"Wurzel" ist wahrscheinlich falsch. "Herd" ist vielleicht besser. Wir sind alle recht planlos. Dann kommt Religion daher und bietet großteils "absolute" Lösungen an. Menschen stehen auf Lösungen und fallen reihenweise in den Pott.

und aus welchen Gründen auch immer kommen Terroristen meist (aber auch nicht immer) aus irgendeinem stark religiös durchdrungenen Hintergrund ..
Naja ... genau dieses "aus welchen Gründen auch immer" ... ist halt ein bisschen schwierig. Ich glaube eben, dass Religion da eine sehr große Rolle spielt und man es nicht so leicht trennen kann. Ich glaube, dass ihr Religion unterschätzt, weil sie für uns persönlich kaum eine Rolle spielt.
Allerdings würd ich da jetzt auch mal sehr in Frage stellen, ob das wirklich Ursache oder nur eine weitere Ausprägung einer anderen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheit ist. Ich würde eher mal als These aufstellen, Menschen (bzw. ein Umfeld) die empfänglich für Terrorismus und Radikalisierung sind, sind vermutlich auch 'empfänglich' für Religion, bzw. finden dort leicht(er) ihre Begründungen für ihr Handeln. Statistik ist etwas sehr gefährliches..
Da hast du natürlich recht. Es wäre viel zu einfach, alles blind auf Religion zu schieben. ABER: Religion bietet eine hervorragende Plattform, vermutlich die beste. Weil man das "Ziel" entmenschlicht. Gott will es ja so (nicht der Druglord, Zuhälter oder König). Ich denke also, dass Religion nicht bloß eine Nebenerscheinung ist, sondern eine tragende Rolle spielt - eine perfekte Rechtfertigung ist! Daher nicht der Auslöser für Terrorismus ist, aber das beste Instrument ... auch um "die Massen" mitzuziehen.

Das sind dann halt Definitionssachen (die natürlich auch wichtig sind!).

Auch wenn ich persönlich von Religion (welcher Ausprägung auch immer) in der derzeitigen Form nichts halte, finde ich nicht, dass man sie abschaffen sollte. Ich denke eher, dass Religion in der derzeitigen Form ein Indikator dafür ist, dass irgendwas anderes nicht passt, oder fehlt. Grad in der heutigen Zeit dreht sich alles andere nur mehr um Optimierung, Automatisierung, Vereinheitlichung; jeder muss ersetzbar sein, eine Firma, ein Staat, eine Organisation muss ein Logo und keine Person als Image haben; und grad die Firmen die am meisten mit ihren Mitarbeitern werben, beuten sie am meisten aus. Dadurch wirds ja auch besonders leicht, über irgendeine Bevölkerungsgruppe herzuziehn (das übliche.. Die Islamisten und die Iraker, die Politiker und die polnischen Pfuscher, das sind alles ganz schlimme Finger; bis auf den einen den man persönlich kennt, der ist total super).
Ich sag aber auch, dass ich ja nicht alle religiösen Menschen verurteile, sondern Religion an sich als Problem sehe. Ich bin auch sicher, dass Drogenabhängige nur Menschen sind ... ich bin dann halt gegen harte Drogen ... genau das ist der Punkt. Harte Drogen sind auch verboten, weil sie Probleme verursachen. Weil sie potenziell aus normalen Menschen Gefahren für die Gesellschaft machen.
Religion hat da das Versprechen, so was wie Menschlichkeit reinzubringen .. scheitert aber durch ihre historische Altlast (und zwar gar nicht die Texte an sich, als eher diese Deadlock-Kombination aus 'einfach nur fest dran glauben, dann wirds schon gut' und 'Verändern ist sakrileg weil gottgegeben') ziemlich rigoros daran. Eine Veränderung allerdings muss da von innen heraus kommen. Wie die ausschaun könnte oder gar sollte, kein Plan allerdings.
Das ist ein super Punkt! Für viele Menschen ist bei Religion die "Menschlichkeit" an erster Stelle. Und die von dir angesprochene "historische Altlast" ist eben, was sich für mich mich Menschlichkeit in ganz vielen Fällen einfach nicht vereinbaren lässt !! Wenn man darüber hinwegsieht, bleibt die Menschlichkeit über ... und dann schreit man "warum regt sich der Grent so über die ganzen netten Pfaffen so auf?" Ich sehe halt nicht darüber hinweg. Zumindest nicht, solange man sich nicht davon ordentlich und nachhaltig abgrenzt. Das dauert halt ewig.
Dennoch, selbst wenn die Religion sich z.B. zu so was wie die Vertretung von Lebensphilosophien verwandelt, gibts dann wahrscheinlich immer noch die Glaubenskriege zwischen den Hedonisten und den Masochisten, oder was auch immer..
Die Frage ist, wie diese "Kriege" dann aber aussehen.
Wahrscheinlich heißt es dann: "Nicht weil es keine klassichen Weltreligionen mehr gibt herrscht mehr Frieden, sondern weil Wohlstand und Bildungsstand gestiegen sind."
D'oh !

Ich denk das wahre Problem liegt eher in Dingen wie zu glauben, man wisse wo das wahre Problem liegt ;)
Das ist, wie ich ständig betone, mein Hauptargument gegen Religion. Genau das!
Lebensphilosophien behaupten ja auch nicht, sie stünden in Kontakt mit der einen, allmächtigen Macht, und hätten klare Anweisungen, wie man zu leben hat.

Wenn du das auf mich münzt: Ich sage nicht zu "wissen", dass Religion "das wahre Problem" ist. Ich bin nur sicher, dass sie (auch) ein Problem ist und die heutige Menschheit ohne ihr langfristig besser dran wäre. Aber nicht ohne Spiritualität. Aber das sind 2 Paar Schuhe.
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Beitrag von Grent » So Jan 18, 2015 1:41 pm

Cannibal hat geschrieben:Ablehnung von Homosexualität ist aber nicht primär religionsgebunden, siehe China, da wurde Homosexualität sogar erst in den 2000ern von der Liste der Geisteskrankheiten entfernt (und den Chinesen wirst du jetzt wohl wirklich keine besondere Religionsaffinität unterstellen, oder?). Homophobie ist einfach eine Ausprägung von Intoleranz, einen Deckmantel dafür findet man bekanntlich schnell einmal.
Da hast du absolut recht! Und das wird sich auch ohne Religion nicht ändern.
Aber: Wenn "meine" Religion meiner menschlichen Ablehnung gegenüber Fremdem recht gibt und mich bestärkt ... :rolleyes:
Und zumindest haben es die Chinesen aus der Liste genommen ... ein kleiner, positiver Schritt. Aus der Bibel hingegen, aus dem ewig gültigen Wort Gottes, kannst du halt nichts rausstreichen.

Ergo: Keine Religion ist die Ursache für Homophobie bzw. Intoleranz. Aber: so manche heilige Schriften beziehen eindeutig Stellung ... und zwar (für Aufgeklärte heute klar ersichtlich) die falsche! Und wenn man die eigene Religion den Kindern schon im frühesten Alter einimpft, dann glauben sicher einige auch, was in der Bibel steht. Vielleicht fragen sie sich auch völlig unvoreingenommen ... hm ... ist Homosexualität gut/neutral/schlecht? Was sagt denn unser Schöpfer dazu? Aja. :thumbsu:
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Beitrag von Grent » Sa Nov 05, 2016 1:47 pm

Die Schlinge zieht sich langsam enger um den Islam und Religion an sich:

Hunderttausend bei Protest gegen christlichen Gouverneur in Indonesien
http://derstandard.at/2000046953444/Ind ... Gouverneur

Indonesien, das Paradebeispiel für friedlichen Islam. Protestieren darf man natürlich, keine Frage. Aber das verdeutlicht, dass Islam und Demokratie inkompatibel sind, denn "Manche Muslime interpretieren die Sure als ein Verbot, Nichtmuslime zu wählen." Und wo die Demokratie flöten geht, gibt es irgendwann immer ein Problem. 100.000 sind nicht wenige. Langsam geht allen, die nicht weiter blicken als "der Islam ist friedlich, nur manche wenige Extremisten legen ihn falsch aus", die Grundlage aus. Genau umgekehrt: Der Islam ist, wie auch das Christentum, eine brutale und intolerante Religion, nur wissen es zum Glück (noch) die meisten Anhänger besser und legen ihn friedlicher aus.

Sonst hätten wir ja viel mehr tote Ungläubige und Frauen mit abgehackten Händen.


Ich habe gelesen, dass sich Indonesien in den letzten 20 Jahren stark gewandelt hat. Weil Saudi Arabien auch dort massiv in Propaganda (Imame, Zentren, etc.) investiert hat, um einen strengeren Islam zu verbreiten. Das scheint wunderbar geklappt zu haben. Man konnte ja generell sehen (zB Ägypten) wie der Islam von der modernen "is mir eigentlich alles nicht soooo wichtig"-Religion (wie es auch das hiesige Christentum ist) zu einer Staatsangelegenheit wurde. Überall sieht man diese Strömungen.
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