Überwachungsstaat

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mastastefant
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Beitrag von mastastefant » Fr Sep 19, 2014 2:54 am

Australische Polizei vergisst am Sydney Flughafen einen Koffer Sprengstoff, steht ein Monat dort rum, um dann als Ersatzkoffer einem Passagier ausgehändigt zu werden.
http://www.spiegel.de/panorama/sydney-p ... 90986.html

Aber Hauptsache, den Leuten ihre Koffer sprengen und den 1Liter Flüssigkeit feinsäuberlich in Tuben und Sackerln abfüllen lassen. Mich würd ja echt mal interessieren wie und wer da auf diese Idee mit den Plastiksackerln gekommen ist, und v.a. warum das bis heut immer noch nicht zu Massenaufständen geführt hat.
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wiesl
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Beitrag von wiesl » Fr Sep 19, 2014 5:03 pm

Wegen den Flughafen Kontrollen: Gerade bei jenen Flüssigsprengstoffarten, die mit einfachsten Mitteln herzustellen sind, kommt es sehr auf die Menge an. Unsere Chemiker wissen da sicher besser Bescheid, aber es gibt Sorten, die mit 100 g ein Flugzeug nicht zum Absturz bringen werden.

Und ja, es ist ein unfassbarer Skandal in Australien. In Österreich braucht man sich allerdings über diese 230 g (ohne Zünder und Auslöser die höchstwahrscheinlich getrennt transportiert werden) nicht wirklich Gedanken machen, denn bei uns kann sich, im Gegensatz zum Rest der Welt, jedermann 10 kg Schwarzpulver kaufen, ohne Gründe dafür anzugeben. Das interessiert aber lustigerweise niemanden. Bzw hätte es eh schon wegnovelliert werden sollen, aber da hat sich die Jäger und Sportschützenlobby dagegen gewehrt.

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Beitrag von mastastefant » Mo Nov 10, 2014 5:32 pm

Aus der Reihe der grandiosen Ideen: BND will 0day-Explots am Schwarzmarkt kaufen um SSL-Verbindungen mitzuhören:
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/bnd ... 01771.html

.. und was der CCC dazu zu sagen hat.
http://www.ccc.de/de/updates/2014/0days-an-den-bnd

Da werden mit nur einer einzigen Aktion gleichzeitig Steuergelder verschwendet, der Schwarzmarkt finanziert, gegen geltendes Recht verstoßen, Anreize geschaffen um weitere Löcher einzubaun, und grobe, bekannte Sicherheitslöcher geheimgehalten statt geschlossen. Top!
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Beitrag von mastastefant » Mo Jun 08, 2015 12:06 am

Mein Gott Walter.. m(
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 79160.html

Die tollen biometrischen Pässe scheitern mal wieder daran, dass die Implementierung der Security-Features ein riesiger Sauhaufen ist. Die biometrischen Daten werden zwar signiert, aber die haben da keine ordentliche Root-Authority eingerichtet, sondern da muss wieder jede Behörde unbedingt ihr eigenes Süppchen kochen, entsprechend gibts anscheinend keine vollständige Liste aller Root-Certificates.. drum haben sie anscheinend bei einigen Grenzkontrollen einfach die Zertifikats-Checks ausgeschalten, sprich es wird (zumindest lt. dem Bild im Artikel) nur geprüft *ob* die Daten signiert sind, nicht *von wem* sie signiert sind, sprich das kann jeder auch mit seiner selbst-erstellten Root-Zertificates machen ..

.. ist aber eigentlich eh besser, weil bisher bei jeder Root-Certificate-Liste eh immer irgendwelche geklauten/gefälschten/gehackten/untergeschobenen Root-CAs drin waren/sind, also traut man denen ohnehin besser nicht blind sondern akzeptiert nur einzelne Root-CAs explizit :)

Da kann sichs sicher nur mehr um Jahre handeln, bis die EU-Kommission in einem Ausschuss ein Protokoll zum Erstellen der "Schengen Master Control List" erarbeitet hat und das dann länderübergreifend von allen Behörden korrekt und vollständig implementiert wird .. bis dahin sind dann wahrscheinlich die verwendeten Algorithmen auch bereits geknackt ;)
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Beitrag von Brett » Mo Jun 08, 2015 9:08 am

masta_stefant hat geschrieben:Mein Gott Walter.. m(
Am schönsten find ich bei solchen Postings von dir immer das Intro, erinnert stets an Didi Hallervorden, Jürgen von der Lippe, Karl Dall, Stefan Raab oder wie die alle heißen. :D
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Beitrag von mastastefant » Mo Jun 08, 2015 1:48 pm

Mein Gott Walter..
Das kommt glaub ich von einem Comic-Buch, dass bei meinen Eltern zuhaus stand.. Ich hab auch erst jetzt gesehn dass das auf einen Song von Mike Krüger zurückgeht ;)
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Beitrag von Brett » Mo Jun 08, 2015 1:51 pm

Noch so eine Nase! :D
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Beitrag von mastastefant » Fr Mär 11, 2016 12:45 am

Während die USA an Skynet arbeitet, macht China derweil Pre-Crime:
http://www.bloomberg.com/news/articles/ ... -pre-crime
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Beitrag von mastastefant » Mo Mai 07, 2018 9:17 pm

Gesichtserkennung bei Fussballspiel in England: Das ist schon beeindruckend schlecht, selbst für Biometrik-Verhältnisse ;)
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 43089.html
Ein Polizeisprecher verteidigte das System und die damals erzielte Trefferrate von gut 7 Prozent trotzdem und meinte, kein System sei hundertprozentig korrekt
Ja, es ist nämlich nur 7% korrekt :D

Wär interessant, was da die false-negative Rate ist .. bei 1.5% Treffern von 170.000, von denen dann 173 (7% der Treffer) korrekt sind (0.1%), das ist halt schon die Nadel im Heuhaufen. Wenn dann zumindest die false-negative Rate sehr klein ist, wär das zumindest was, was man sich halt mit der hohen false-positive Rate erkauft. Aber ich vermute eher, da ist die Erkennung einfach schlecht ;)

Gefährlich wirds halt, wenn dann jemand auf die Idee kommt, die Ergebnisse kann man ja direkt automatisch weiterverarbeiten bzw speichern, und dann halt KI drüber fahren oder so was, dann ist das Ergebnis halt sowas wie die amerikanischen No-Fly Listen ..
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Beitrag von mastastefant » Mo Mai 07, 2018 9:48 pm

wiesl hat geschrieben:Wegen den Flughafen Kontrollen: Gerade bei jenen Flüssigsprengstoffarten, die mit einfachsten Mitteln herzustellen sind, kommt es sehr auf die Menge an. Unsere Chemiker wissen da sicher besser Bescheid, aber es gibt Sorten, die mit 100 g ein Flugzeug nicht zum Absturz bringen werden.
Im Prinzip sollte eigentlich alles, was nicht mehr als 1x1x1 Meter Loch in den Flieger macht, den Flieger nicht zum Absturz bringen, Flieger sollten eigentlich gebaut sein so was grade noch wegstecken zu können. Herausfordern will mans natürlich trotzdem nicht, Druckverlust in der Kabine und Loch in der Hülle ist trotzdem nichts was man gerne mal erlebt und selbst wenn der Flieger nicht abstürzt man davon ausgehen kann das Personen schwer zu Schaden kommen.
Viel gefährlicher ist da eigentlich wenn Leute im Flieger rauchen, ein Brand in einer geschlossenen Hülle der nicht einzudämmen ist, ist so ziemlich das schlimmste Szenario im Flieger (nach, der ganze Flieger bricht plötzlich auseinander...).
Vielleicht ist da die Angst ja auch eher dass man da irgendein flüssiges Zeugs mitbringt dass einen Brand auslösen kann.. Soll sein.

Aber was die Idee dahinter sein soll, Flüssigkeiten-Behälter in ein Plastiksackerl zu geben, das versteh ich einfach nicht.. Ist nur lästig, und wenn man nach was sucht, würd ichs mir doch so offen wie möglich vorzeigen lassen statt drauf zu bestehen es wegzupacken..

Immerhin hab ich mal eine Erklärung gehört, warum man am Flieger das Telefon ausschalten soll. Das kommt ursprünglich gar nicht von der Flugbehörde, sondern von der Funk-Aufsicht, weil wenn da ein paar hundert Mobiltelefone sich mit 600 kmh durch das Mobilnetz bewegen, macht das durch die ständigen Handshakes wenn man von einem Mast zum nächsten weiterverbunden wird ziemliches Chaos und Overhead im Mobilfunk-Netz ;) Obendrein ist es halt eine Zertifizierungs-Sache .. Um Handys zu erlauben, müsste man das analysieren und testen, und von der Behörde zertifizieren lassen dass durch den Funkbetrieb nichts gestört wird. Nur werden Flieger halt einmal zertifiziert wenn die Produktion beginnt, und dann wird keine Schraube und Schalter mehr angerührt für die Lebensdauer eines Flieger-typs, das sind so 30 Jahre üblicherweise. Vor 10 Jahren haben Mobiltelefone halt noch ganz anders ausgesehn, und in 10 Jahren werden sie vermutlich auch wieder anders sein, andere Frequenzen und Leistungen,.. udn das ist noch nicht mal die ganze Lebensdauer.. Da alle paar Jahre nur wegen der aktuellen Handies die Zertifizierung neu zu machen bzw anzupassen, das macht kein Mensch, zumal bis die Zertifizierung durch ist in der Zeit die Handies schon wieder eine Generation weiter sind. Einfacher den Leuten zu sagen sie sollen gefälligst ihre Handies ausschalten ;)
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