Mobilitaet

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Brett
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Beitrag von Brett » Mi Feb 28, 2018 6:52 pm

Hehe, jo, da hat die Bettung die Wärmeausdehnung falsch ausgeglichen. :)
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Brett
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Beitrag von Brett » Mi Feb 28, 2018 7:00 pm

Was die Wasserballastbahnen angeht taugt mir, dass es sich bei watscheneinfachem Konzept gleichzeitig um die umweltfreundlichste Art handelt, in brauchbarem Tempo Mat. oder Menschen einen Berg hinauf zu befördern.
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Grent
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Beitrag von Grent » Fr Mär 02, 2018 11:17 am

Wirklich sehr schön anzusehen (die Wasserballastbahn, nicht die hinnigen Schienen :D ). :thumbsu:
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Brett
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Beitrag von Brett » Fr Mär 02, 2018 4:56 pm

Gab auch eine den Mönchsberg in Salzburg hinauf. Die ist zwar auch schon (wie die allermeisten) lang stillgelegt, aber der letzte Betriebstag ist vom datum her noch irgendwie "greifbar":

http://www.sagen.at/forum/showthread.php?t=1456


Ich frag mich ja, warum das Konzept derart eingeschlafen ist.

Bergquellen fließen relativ zuverlässig, das Konzept ist mit moderatem Aufwand gut umzusetzen, betriebssicher, Last gut regelbar ...

Man könnte ja z.B. auch immer einen Wassertank bergseits vorbereiten, den anklinken und zum Verzögern eine Asynchronmaschine im Tal als Retarder einsetzen oder dgl. ... und mit der überschüssigen Energie auch gleich Strom einspeisen.
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mastastefant
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Beitrag von mastastefant » Sa Mär 03, 2018 12:00 am

Naja, kann ich mir schon denken.. elektromotor funktioniert auch im Winter, man hat nur einen Ein-ausschalter, kann den Motor hinsetzen wo Platz ist, und schaltet ein, fährt, simpel. Und Strom ist/war billig und sauber.

Für eine solche Anlage mit Wasserkraft braucht es dann halt pumpen (Wasser ist halt eher im Tal), Leitungen, Becken,.. Alles Nicht komplex, aber nicht so sehr von der Stange und so wenig Teile wie elektromotor und Schalter.
Wenn man dann auch noch die wassermenge auf das personengewicht immer abstimmen muss brauchts auch noch geschultes Personal, und Wartung für jedes spezialteil kostet extra.

Ich finds sehr schade dass solche Anlagen zugemacht und abgebaut werden, und auch kaum so etwas neu gebaut wird. Aber aus wirtschaftlicher Sicht gewinnt denke ich immer unter dem Strich eine simple Lösung mit off the shelf Bauteilen gegenüber einer handoptimierten speziallosung, auch wenn man bei ersterem höhere Verluste bei der energieeffizienz in Kauf nehmen muss.. Sofern man nicht in derart grossen Massen produziert oder Anforderungen hat wo es ohne Energieeffizienz einfach nicht geht.

Bei der Raumfahrt gibt es zb spezielle Radiation hardened chips, da dort bei den Umweltbedingungen und Missionsparametern (immer kritisch, teuer, keine Möglichkeit zur Reparatur, Langzeit) bitflips durch Strahlung zum echten Problem werden. Radiation hardened chips sind locker Faktor 100 teurer als normale CPUs, aber im Kern auch nicht viel anders, nur mehr Logik zur Fehlererkennung, viel mehr Aussieben bei der Produktion, paar Spezialkniffe. Schwer zu bekommen, schwer zu verwenden, und eine Flight Box (Besserer Schuhkartongrosser Kasten mit integrierten Boards und Steckern für Racks in Fliegern, Helis und Raketen), kostet da schon mal ein hübsches Einfamilienhaus. Und da Radiation hardened die Fehlerwahrscheinlichkeit nur senkt, nicht auf 0 bringt, und es noch viele andere Fehlerquellen gibt, braucht man schon 3 so boxen für Single Fault Tolerant im Flieger, für richtig kritisches wie bemannte Raumfahrt 6 boxen für dual fault tolerance. Und das ist dann grad mal ein steuercomputer von mehreren. Da kommt richtig Geld zusammen.
Drum hat SpaceX anscheinend gesagt, sie nehmen einfach Standard x86 CPUs (die in wirklich *jeder* Hinsicht komplett ungeeignet für Mission critical real-time Space Applikationen sind) und setzen Linux und C++ drauf (was erst recht aus safety und real-time Perspektive eine Katastrophe ist), aber dafür machen sie Radiation Tolerant Design mit jeder Menge Redundanz, Und es bekommt quasi jeder Entwickler seinen eigenen Falcon 9 Elektronik Bausatz auf den Tisch, wodurch die Entwicklungskosten und Testzeiten um Welten besser und schneller sind, und die Anzahl der Tests dramatisch höher ist. Aus technischer Sicht eigentlich furchtbar, aber wirtschaftlich nicht mal ansatzweise zu schlagen, und Zuverlässigkeit wenns richtig gemacht wird wahrscheinlich auch nicht schlechter (diese ganzen safety CPUs und Toolchains und OS sind auch genauso komplexitatsmonster, nur mehr papierkram und paar spezialfeatures dafür meist archaisch und proprietär).

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Beitrag von mastastefant » Sa Mär 03, 2018 12:34 am

Interessant auch das in der Schweiz die letzte noch in Betrieb befindliche Bahn ausgerechnet mit Kanalisationswasser betrieben wird.. Marketingtechnisch eher nicht so gut würd ich sagen ;)

Und die Salzburger Bahn, 67 Jahre in Betrieb, und das vor fast 60 Jahren.. Wieviel von dem Zeug das heute gebaut wird, wird so lang im Einsatz bleiben? Die Sachen sind gar nicht mehr für so was gebaut.. Wenn irgendein Holzpaneel oder Scharnier oder Metallrad bricht, baut man es halt nach und tauscht es aus. Wenn bei irgendeiner Spritzguss plastikverkleidung so ein schnapperl bricht, kann man den Hersteller um ein Ersatzteil bitten falls es ihn noch gibt, bzw was wo ausschlachten, aber nach 30 Jahren gibt's da meist nix mehr, dann kauft man gleich die ganze Garnitur neu. Aber da jetzt 3D Teile einzeln selber Nachdrucken oder spritzen wird sich wohl normalerweise keiner antun..

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Beitrag von Brett » Sa Mär 03, 2018 2:38 pm

masta_stefant hat geschrieben:Für eine solche Anlage mit Wasserkraft braucht es dann halt pumpen
Öh ... nein. Das wäre klar an der Idee vorbei.
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Beitrag von mastastefant » Sa Mär 03, 2018 9:31 pm

Brett hat geschrieben:Öh ... nein. Das wäre klar an der Idee vorbei.
In Salzburg wars halt auch mit pumpe.. Und zb auf den Kahlenberg rauf würde es mit dem Wasser oben vermutlich nicht für eine Fahrt alle 10min reichen, während im Tal unten dafür ein richtiges Wasserkraftwerk steht..
Bei gescheiterten Bergen gibt's sicher mehr Anwendungsgebieten, aber ich glaube einfach dass der Fall Wasser ist genau dort oben wo man hin will und genug davon da zu spezial ist dass sich daraus eine Industrie ergibt, sondern es immer nur Spezialanfertigungen sind, was zwar immer aestethischer und interessanter ist, aber halt auch ordentlich teuer ist.. finde ich sollte man machen, aber es fällt für mich eher unter Kunstprojekt/Life Hack/Steampunk/Attraktion als unter Wirtschaftszweig..
Ausser eben in Spezialanforderungen vielleicht wie autarke Systeme die ohne gross Infrastruktur auskommen sollen.. Aber dann hat man schon drei Faktoren, Berg, Wasser und fehlende Infrastruktur, und dann muss es Grade dort auch extrem billig, simpel und wartbar sein, was jetzt auch eher nach Handwerkertrupp als Ingenieurs und Fertigungsabteilung ruft ;)






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Beitrag von florianklachl » Do Mär 29, 2018 11:57 pm

Hab bisher noch gar nicht realisiert gehabt, dass es in Kl0sterneuburg eine Fahrradfabrik gibt, und zwar fuer Kinderfahrraeder der gehobenen Klasse. Angeblich werden bereits an die 75000 Fahrraeder pro Jahr gefertigt und weltweit exportiert. :eek:
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Beitrag von mastastefant » Fr Mär 30, 2018 12:07 am

Der tödliche Uber Unfall bestätigt wohl auch mal wieder alles was man so erwarten würde..

- ein menschlicher Fahrer hätte vermutlich bei den Lichtverhältnissen (direkt aus dem Schatten heraus bei Nacht) auch keine Chance gehabt.. Laut Polizei, basierend auf dem Dashcam Video. Das menschliche Auge sieht aber besser als man auf simplen Kameraaufnahmen sieht.. Und die Dashcam von uber dürfte besonders mies sein, weil vergleichsvideos von der selben stelle sind wesentlich heller.

- Der safety driver war zwar im Auto drin, aber hat nicht aufgepasst sondern mit den Handy gespielt oder so.. Aufmerksamkeit sinkt halt auch schnell wenn es meistens eh gut selbst fährt.

- Für LIDAR und Radar ist das eine Standardsituation, und die können ohne Tageslicht genauso arbeiten, und das ist eine simple Fussganger geht über die Strasse Situation, sogar mit Fahrrad, also noch größerer Querschnitt, und bewegt sich.

- Dass ein Sensor wie LIDAR eine Situation falsch erkennt ist vollkommen normal und kommt oft vor. Hersteller geben halt da Erkennungsraten an, wieviel tatsächlich erkannt wird. LIDAR und die mobileye frontkamera haben recht hohe Raten, und erkennen vor allem sehr viele verschiedene Dinge, wie Spurmarkierungen, Fahrzeuge, Fussganger, Hindernisse,.. Aber halt nur das worauf sie ausgelegt sind. Mobileye müsste zb für Australien nachbessern weil Kängurus über die Strasse hüpfen, kommt dort oft vor, aber hüpfen bringt die Software durcheinander, die geht davon aus dass man geht oder rollt ;) Auch der Tesla Unfall damals geht darauf zurück, der war nie drauf ausgelegt querverkehr zu erkennen, nur für Autobahnsituationen... Und 95% oder mehr korrekte Erkennung sind schon extrem gute Werte, ist aber immer noch 5 von 100 Fussgänger nicht gesehen..

- Damit das trotzdem zuverlässig funktioniert braucht man 1. Verschiedene Sensoren und redundante sensorsysteme, wenn was ausfällt oder Mist erkennt oder eben Licht nicht passt oder so was, 2. Sensor fusion die aus den ganzen Sensoren, die auch nur bestimmte Aspekte messen können (Kamera erkennt nur wo, aber praktisch keine tiefeninfo ohne Stereo Kamera, Radar erkennt Winkel und Abstand, aber nur 2D,..) zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen und die gesamterkennungsrate wesentlich besser zu machen, und 3. Redundanz der Hardware wenn das board mit der sensorfusion ausfällt oder die sensorfusion oder die pfadplanung selbst Mist baut..

- Wenn jetzt also das Licht schlecht ist und die Kameras nicht funktionieren, muss das egal sein. Ausser der Rest der Sensoren und Software funktioniert auch nicht gescheit..

- Uber ist nicht gerade bekannt für Ihr ethisches Geschäftsgebaren. Den autonomous driving Teil haben sie zb teilweise von Google geklaut..

- Volvo hat in dem testauto bereits ein notbremssystem drin. Das hat Über aber deaktiviert..

- Mobileye hat das Dashboard Video durch ihr kameradetektionssystem das im Volvo ist durchlaufen lassen und sagt, selbt bei der miesen Qualität hätte das System den Fussganger 1 Sekunde vorher erkannt. Mit der Kamera im Auto wäre es sicher noch besser gegangen. Abzüglich etwas Zeit für die sensorfusion und so hätte das Auto also mindestens 0.8s vorher eine notbremsung machen können. Reicht nicht zum anhalten, zumal das Auto auch noch deutlich über der Höchstgeschwindigkeit unterwegs gewesen sein dürfte, auch ein nogo, aber zumindest wäre es langsamer gewesen. Mit LIDAR und guten Kameras hätte das Auto eigentlich normal anhalten können müssen...

- Uber hat von Ford auf Volvo geswitched davor. Ford hatte 6 LIDARs drauf, Volvo nur eines. Das eine kann vermutlich dafür einen größeren Bereich abdecken als die einzelnen bei Ford.. Der Hersteller von dem Volvo LIDAR schreibt aber explizit, es kann 360°, aber vertikal nach unten nicht so gut, sollte also mit anderen Sensoren kombiniert werden für zb Fussgänger Erkennung..

Klingt nach bei den Sensoren und Hardware gespart, zuviel der sensorfusion vertraut bzw geschlampt (Sensor fusion ist immer noch im wesentlichen im forschungsstadium..), und notbremssystem deaktiviert weil wohl einfacher als ins eigene System zu integrieren. Und safety driver überbeansprucht, vermutlich zu lange testfahrten, oder einfach fahrlässig nicht aufgepasst.



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