Linguistik

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wiesl
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Re: Linguistik

Beitrag von wiesl » Mo Okt 19, 2020 5:45 pm

Mischmasch findet man in vielen kroatischen Getränkekarten, das ist ein Fanta-Rotwein Gemisch.

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Brett
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Re: Linguistik

Beitrag von Brett » Mo Okt 19, 2020 10:32 pm

Igitt.

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wiesl
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Re: Linguistik

Beitrag von wiesl » Di Okt 20, 2020 8:23 am

Der ultimativ deutsche Untertitel zum Bild: :D
"Misch Masch - Rotwein mit Brause - lecker"

https://www.holidaycheck.at/hm/bilder-v ... 72d21f5ddb

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JesuZ
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Re: Linguistik

Beitrag von JesuZ » Do Okt 22, 2020 9:00 pm

Naja Cola-Rot is eh ähnlich.

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florianklachl
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Re: Linguistik

Beitrag von florianklachl » Mo Dez 14, 2020 2:10 am

Schadenfreude heiszt auf Englisch schadenfreude.

schnulzig / schmalzig heiszt auf Englisch schmaltzy . :thumbsu:

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florianklachl
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Re: Linguistik

Beitrag von florianklachl » Do Jan 21, 2021 3:23 am

Schon gewusst, dass...
  • hinsichtlich der Moeglichkeit der Passivierung ein wesentlicher syntaktischer Unterschied zwischen kausativem Lassen und kontinuativem Lassen besteht (vgl. M. Bader, Zeitschrift fuer Sprachwissenschaft 2014; 33(1): 1-44)?

    Kausatives Lassen (im Sinne von "veranlassen") kann naemlich nicht passiviert werden, siehe folgende (syntaktisch nicht zulaessige) Beispiele:
    • Der Clanvater wurde Bier einschenken gelassen. - geht nicht
    • Braugerste wurde holen gelassen. - geht nicht
    Kontinuatives Lassen (im Sinne von "belassen") dagegen schon:
    • Der Clanvater hat die Maische gaeren lassen. - geht
    • Das Bier wurde nicht stehen gelassen. - geht
    • Das Bier ist versehentich fallen gelassen worden. - geht
    :thumbsu:
  • laut deutscher Standardgrammatikregeln die Frage, welche der drei folgenden Nebensatzkonstruktionen zulaessig ist,
    1. .., dass Jesuz Bier hat brauen koennen.
    2. .., dass Jesuz Bier brauen hat koennen.
    3. .., dass Jesuz Bier brauen koennen hat.
    folgendermaszen zu beantworten ist:

    Grundsaetzlich gild die Normalregel fuer die Abfolge der Verbformen in der rechten Satzklammer, wonach ein infinitivregierendes Verb unmittelbar nach einem infiniten Verb, das dieses regiert, zu stehen hat. Daraus folgt u.a., dass das gemasz Rektionsregeln ranghoechste finite Verb (i.e. das zu konjugierende Verb) in Nebensaetzen am Ende der Verbfolge steht. Nach dieser Regel waere Variante 3) ("brauen koennen hat") korrekt.
    Beispiele fuer zwei- bis fuenfwertige grammatisch korrekte Rektionsketten nach der Normalregel:
    1. n = 2 Rektionskette: ".., dass Jesuz brauen mag."
    2. n = 3 Rektionskette: ".., dass Jesuz gebraut haben moege."
    3. n = 4 Rektionskette: ".., dass Jesuz das wuerzige Waldbier zu zapfen gewagt haben soll."
    4. n = 5 Rektionskette: ".., dass Jesuz von diesem vollmundigen Hopfenmalzgebraeue zu kosten durchaus zu trauemen vermocht haben duerfte."
    Nun gilt aber als Ausnahme von der Normalregel das Prinzip der Auxiliarinversion, wonach bei einem infinitivregierenden Modalverb (Bsp. "brauen koennen"), das ins Perfekt gesetzt wird, das Auxiliar (Hilfsverb) als ranghoechstes finites Verb nicht am Ende, sondern am Anfang der Nebensatzverbfolge zu stehen hat. Zu beachten ist hier, dass das Modalverb, wenn es ein Infinitiv regiert, im Perfekt nicht in ein Partizip II (wie beispielsweise bei "gekonnt hat" fuer 3. Person Perfekt von koennen) umgewandelt wird, sondern ebenfalls in Infinitivform erscheinen muss (Ersatzinfinitiv bzw. "infinitivus pro participio" Prinzip). Daraus folgt, dass Variante 1) korrekt ist.

    Interessanterweise wird in Oesterreich jedoch Variante 2) gerne als richtig angesehen. Es ist also als oesterreich-spezifische grammatikalische Besonderheit anzusehen, das Modalverb in Ersatzinfinitivform nach dem finiten Auxiliar am Ende des Nebensatzverbalkomplexes anzufuehren. :eek: :schal:

    Angeblich war Variante 2) im Mittelalter noch im gesamten suedlichen deutschsprachigen Raum bis hinauf ins Frankenland gebraeuchlich, sie hat sich bis heute aber nur noch in Oesterreich und in suedbayrischen Grenzregionen gehalten.

    Siehe dazu auch die Arbeit "Verbclustervariation im Nebensatz - Ein Vergleich zwischen den Wortfolgepraeferenzen niederlaendischer, deutscher und oesterreichischer Sprecher" von T. Arendsen

    Eine ganz besondere grammatikalische Praeferenz gibt es angeblich in Wien, wo Variante 1) grundsaetzlich bevorzugt wird, das finite Auxiliar also am Anfang des Verbalkomplexes steht, allerdings den oesterreichischen Gepflogenheiten folgend mit dem Modalverb dem finiten Auxiliar gleich hintangestellt. In der Arbeit von T. Arendsen wird folgendes Beispiel angefuehrt (obgleich es sich hier nicht um eine Nebensatzkonstruktion handelt):

    "Man haette (halt) muessen die Polizei verstaendigen." :)

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Brett
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Re: Linguistik

Beitrag von Brett » Do Jan 21, 2021 10:58 am

Bevor i ma des genauer durchles, brauch i an Obstler.

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wiesl
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Re: Linguistik

Beitrag von wiesl » Do Jan 21, 2021 2:58 pm

florianklachl hat geschrieben:
Do Jan 21, 2021 3:23 am
Angeblich war Variante 2) im Mittelalter noch im gesamten suedlichen deutschsprachigen Raum bis hinauf ins Frankenland gebraeuchlich, sie hat sich bis heute aber nur noch in Oesterreich und in suedbayrischen Grenzregionen gehalten.

Siehe dazu auch die Arbeit "Verbclustervariation im Nebensatz - Ein Vergleich zwischen den Wortfolgepraeferenzen niederlaendischer, deutscher und oesterreichischer Sprecher" von T. Arendsen
Das Fazit auf Seite 61 fasst es schön zusammen.
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Re: Linguistik

Beitrag von florianklachl » Sa Mär 13, 2021 9:04 pm

Schon gewusst, dass die Pal(l)a(wa)tschinke etymologisch mit der Plazenta verwandt ist?
->
Duden hat geschrieben:lateinisch placenta < griechisch plakoũnta, Akkusativ von: plakoũs = flacher Kuchen, zu: pláx (Genitiv: plakós) = Fläche
Lateinisch placenta in rumaenischer Sprache "placsinta" ausgesprochen wurde dann in Ungarn zu "palacsinta" fuer die Palatschinke nach heute bekanntem Rezept, die von dort dann nach Oesterreich importiert worden ist.

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Re: Linguistik

Beitrag von JesuZ » Sa Mär 13, 2021 9:55 pm

Beides ernährt. Somit einleuchtend.

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