Der Energie-Thread

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mastastefant
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Beitrag von mastastefant » Sa Apr 14, 2018 4:11 pm

Australien will jetzt auch bei Blockchains wieder mitmachen, fährt erst mal ein 2014 stillgelegtes kohlekraftwerk hoch
https://www.smh.com.au/business/the-eco ... 4z8j3.html

Dieser Irrsinn hat mittlerweile ein alles durchdringendes Level erreicht. Da hilft meiner Meinung nur mehr großflächig wegnuken, den ganzen Mist und alles drumrum, wie einen Krebs.
Einfach dieses ganze microtrading und bitcoin mining und spekulantentum mit allen die nichts anderes machen als versuchen Gewinne abzustauben indem sie zahlen von a nach B und zuruck schieben und dabei resourcen verschwenden, einfach alle auf den Mond sprengen.

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JesuZ
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Beitrag von JesuZ » Fr Apr 20, 2018 10:27 am

Ja. Wobei der "offensichtliche" Hype um die Kryptowährungen etwas zurückgegangen ist. Zumindest steht weniger davon in der Heute. ;)
„2 + 2 = 7. 4 is propaganda.“ (Anonymous)

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mastastefant
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Beitrag von mastastefant » Fr Apr 20, 2018 11:25 am

Ja, allerdings akzeptiert jetzt p0rnhub Verge als Kryptowährung (nie von der gehört..). Damit ist wohl klar welche gewonnen hat :D

Solang da open-source Mentalität "ich komm mit dem Entwickler nicht klar/mir passt das nicht, ich fork mein eigenes Ding" mit der Habgier der Spekulanten und Hoffnung aufs schnelle Geld der Kleinsparer Aufeinandertreffen, wird das wohl weiter vor sich hin wachsen, bis irgendwann jeder seine eigene, kaputte Währung hat.
https://xkcd.com/927/

Manche forks vergessen dann sogar einen Double pay Schutz, wenn man einfach nur alles kopiert zu Beginn ist die Währung "abwärtskompatibel", und man kann dann sowohl in der neuen als auch der alten Währung das selbe Geld 2x ausgeben, was erst recht das ganze vollkommen ad absurdum führt, weil genau dafür macht man ja das Mining und verheizt massig Energie um das zu verhindern.

Wieviel Energie geht da eigentlich drauf?
Vor einem Jahr wars bei 3.4 GW, entspricht über 30TWh pro Jahr, etwa dem gesamtverbrauch von Serbien.
Im November ists anscheinend bereits bei über 41TWh, mehr als Irland oder 1 Mio Teansatlantikflüge.
https://www.theguardian.com/technology/ ... tocurrency

Und da ist vermutlich noch nicht mal der Verbrauch für alle anderen Währungen drin, allein durch den ineffizienten Verbrauch durch GPUs statt dedizierten Hardware für Eutherium ist da wahrscheinlich in Summe für den Rest nochmal so viel verbraucht. Wie verrückt das ist sieht man an den GPU Preisen (im Preisverlauf):
https://geizhals.at/zotac-geforce-gtx-1 ... 03079.html

Und das Beste: den Gewinn fürs Mining erhält nur der erste, alle anderen gehen erstens leer aus, und tragen zweitens auch überhaupt nix zum Netzwerk bei, wer da also selber ein paar GPUs ansteckt verbrennt nur unnötig Strom. Damit hängt erst wieder alles an einem einzigen, der halt den größten Rechner hat, und der wird dafür auch noch belohnt. Das führt das ganze Konzept der verteilten Sicherheit erst wieder ad absurdum per Prinzip. Man kann sich gar nicht so viel an den Kopf greifen wie bescheuert und hirnverbrannt das alles ist.
Eine zentrale Oracle Datenbank hinstellen kann das genauso und ist dabei um Welten effizienter (nennt sich Bank) und Oracle kann auch replizieren und verteilen, muss man nur den Server nach außen öffnen (ja aber dann kann ja jeder Hacker rein! Deswegen macht man eben Security durch Transparenz und läßt Experten druberschaun und eben nicht durch Obscurity!)

Im Vergleich, VISA sagt sie verbrauchen 0.19TWh global für ihr Netzwerk (versus 40TWh und steigend bei Bitcoin), und machen damit 111Mrd Transaktionen, versus Bitcoin, die grade mal auf 100Mio Transaktionen kommen und damit bereits in ihre Limits laufen (man beachte den Faktor 1000 hier..).

Mich wundert es dass bisher noch nicht gefühlt mehr als ein paar vereinzelte auf di Verschwendung da aufschreien, im Zuge von Klimazielen und Co. Im Gegenteil, die Politik fördert das sogar eher dass sie ihre eigenen Währungen machen will, oder Farmen für Mining fördert wie in Australien, während alle komplett aus dem Häuschen sind wegen ein paar Gramm mehr NOX bei Diesel und Autoherstellerflotten, die jetzt extra mehr Lithium und Kupfer aus dem Boden kratzen müssen um den Flottenschnitt zu erreichen.. (damit mein ich nicht die Schummelsoftware mit erhöhtem Ausstoß, sondern die neuen Grenzwerte die für Diesel mit aktuellen Systemen nur grad nicht oder nur sehr teuer zu erreichen sind, drum müssen Sie das über Elektroautos wieder wettmachen)

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florianklachl
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Beitrag von florianklachl » Di Apr 24, 2018 10:04 pm

Ab sofort werden jetzt auch in Niederoesterreich Bitcoins in groeszerem Maszstab gemint, ein ganzes Wasserkraftwerk im Pielachtal wurde laut 0rf-Artikel rein zu Minezwecken gepachtet: :)
http://noe.orf.at/news/stories/2908826/
orf.at hat geschrieben:Bei der Coin Factory lege man [..] Wert darauf, dass das Rechenzentrum umweltschonend sei, heißt es.
Das ist wieder einmal reine Volksverbloedung, schlieszlich ist es voellig egal, ob die Coin Factory den Strom jetzt direkt ueber das Wasserkraftwerk oder indirekt uber das Netz bezieht, beide Varianten sind gleich wenig umweltschonend, weil der Strom fuer die Bitcoingenerierung in beiden Faellen dann nicht fuer sonstige Zwecke zur Verfuegung steht und zur Kompensation zusaetzlich Strom ueber andere, weniger umweltschonende Methoden erzeugt werden muss.

Die Betreiber der Coin Factory duerften sich dessen bewusst sein, dass es sich hier um ein nicht ganz unumstrittenes Projekt handelt: :)
orf.at hat geschrieben:Um welches Kraftwerk es sich dabei handelt, will die Mostviertler Firma Coin Factory aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgeben.
Kryptowaehrungen duerften auch bei oesterreichischen Startups nach wie vor ziemlich im Trend liegen, wie folgende beiden Beispiele zeigen:

Bitpanda arbeitet gemeinsam mit der TU Wien und der Akademie der Wissenschaft an einem System fuer Blockchain-uebergreifende Tokentransfers in Echtzeit:
https://boerse-express.com/news/article ... ystem-6772

In Kaernten soll demnaechst die groeszte Kryptobank der Welt eroeffnet werden: :)
http://www.kleinezeitung.at/wirtschaft/ ... k-der-Welt

Insgesamt sehe ich den Bitcoin-Trend nicht ganz so negativ. Der zusaetzliche Strombedarf kurbelt die Wirtschaft an, und wenn die Strompreise steigen, werden immerhin CO2-arme Methoden der Stromgewinnung rentabler. Auszerdem ist der zusaetzliche Netto-Gesamtenergieverbrauch im Vergleich zu frueheren Hypes (e.g. Goldrausch in Klondike, Kriegsanleihen im 1. WK) eher bescheiden. Zwar gaebe es auch genug alternative, mehr oder weniger innovative Ansaetze mit vielversprechenden Gewinnaussichten, die weniger energieaufwaendig waeren, zum Beispiel Hochfrequenzhandel, Handel mit Muell oder CO2-Zertifikaten, Abwicklung von EU-subventionierten Projekten zur Regionalfoerderung (die Mafia weisz immer am besten, wo es etwas zu holen gibt) oder Immobiliengeschaefte in zentraler Groszstadtlage - hier waere speziel fuer Wien der boomende Dachgeschossausbau zur Errichtung von Penthaeusern, der von den Gruenen (!) durchgedrueckte Bau eines Hochhauses neben dem Konzerthaus mit Luxuswohnungen fuer vorwiegend saudische oder russische Investoren, die wahrscheinlich gar nicht darin wohnen werden, oder die "Immobilienentwicklung" mit Zinshaeusern (= altes Zinshaus aus der Gruenderzeit erwerben, Altmieter mit allen zur Verfuegung stehenden Methoden rausekeln, Zinshaus verfallen lassen, wegen Einsturzgefahr abreiszen lassen, Neubaubescheid einholen, schirches billiges Wohnsilo hinstellen, neue Wohnungen in Traumlage vermieten / verkaufen) zu nennen -, dafuer sind diese allesamt weit weniger serioes.
http://www.proreligion.at/

Sei immer du selbst. Außer du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!

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mastastefant
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Beitrag von mastastefant » Di Mai 01, 2018 1:20 pm

China macht vor, wo das Hammerl hängt, und wirft Mining-Farmen einfach aus dem Land raus:
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 36849.html

Hintergrund ist aber wahrscheinlich wohl weniger der Umweltschutz (auch wenn sich da durchaus was tut in China), sondern dass China alles was Krypto ist ein Dorn im Auge ist..
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Brett
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Beitrag von Brett » Mi Mai 02, 2018 12:26 pm

florianklachl hat geschrieben:Insgesamt sehe ich den Bitcoin-Trend nicht ganz so negativ. Der zusaetzliche Strombedarf kurbelt die Wirtschaft an, und wenn die Strompreise steigen, werden immerhin CO2-arme Methoden der Stromgewinnung rentabler. Auszerdem ist der zusaetzliche Netto-Gesamtenergieverbrauch im Vergleich zu frueheren Hypes (e.g. Goldrausch in Klondike, Kriegsanleihen im 1. WK) eher bescheiden. Zwar gaebe es auch genug alternative, mehr oder weniger innovative Ansaetze mit vielversprechenden Gewinnaussichten, die weniger energieaufwaendig waeren, zum Beispiel Hochfrequenzhandel, Handel mit Muell oder CO2-Zertifikaten, Abwicklung von EU-subventionierten Projekten zur Regionalfoerderung (die Mafia weisz immer am besten, wo es etwas zu holen gibt) oder Immobiliengeschaefte in zentraler Groszstadtlage - hier waere speziel fuer Wien der boomende Dachgeschossausbau zur Errichtung von Penthaeusern, der von den Gruenen (!) durchgedrueckte Bau eines Hochhauses neben dem Konzerthaus mit Luxuswohnungen fuer vorwiegend saudische oder russische Investoren, die wahrscheinlich gar nicht darin wohnen werden, oder die "Immobilienentwicklung" mit Zinshaeusern (= altes Zinshaus aus der Gruenderzeit erwerben, Altmieter mit allen zur Verfuegung stehenden Methoden rausekeln, Zinshaus verfallen lassen, wegen Einsturzgefahr abreiszen lassen, Neubaubescheid einholen, schirches billiges Wohnsilo hinstellen, neue Wohnungen in Traumlage vermieten / verkaufen) zu nennen -, dafuer sind diese allesamt weit weniger serioes.
Also ich seh das schon ganz so negativ. Für mich ist das alles dieselbe Kiste und die darinlebenden Gestalten ghöratn eigentlich am Mond g'schoss'n. Sollen amal was G'scheits hackln und sich auf realwirtschaftliche Wertschöpfung konzentrieren. In Wahrheit rühren solche Blödheiten ja immer nur von unreflektierter Kooperation mit dem eigenen, inneren Schweinehund, gepaart mit Macht- und Geldgeilheit, her.

Ich hatte zu Unizeiten einen super Kollegen, der sich von einem Lehrberuf ausgehend über eine Studienberechtigungsprüfung zum MB-Abschluss motiviert hatte. Der war fachlich top versiert und hatte ein ziemlich gutes Ingenieursgefühl und Kreativität! Aus der Uni draußen, ein Start-Up versemmelt und sich dann mit Speedtrading und Kryptowährungen beschäftigt ... da denk ich mir auch immer sowas ähnliches wie "Schade um die verlorene Seele ...".
Religion ist jetzt nicht einmal so blöd, als wie immer alle sagen.
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Beitrag von mastastefant » Do Mai 03, 2018 12:35 am

Tadaa.. Dinge die die Welt ganz definitiv nicht braucht: Blockchains in Autos:
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 39336.html

Und wie immer wenns um Blockchains geht, ist die Idee dahinter sogar noch dümmer als ich bisher dachte .. Ich hab mir gedacht, das wird halt verwendet um Vehicle-to-Vehicle Kommunikation abzusichern, damit man sich auf die Stau-Infos und Abstands-Infos vom Auto vor einem auch wirklich verlassen kann (totaler Schwachsinn allerdings, Blockchains wär für sowas vermutlich viel zu langsam und aufwändig, und hat vermutlich null Mehrwert gegenüber klassischer Verschlüsselung).
Aber nein, darum gehts anscheinend gar nicht, sondern das Auto soll neben fahrendem Handy auch fahrende Brieftasche werden.. WOZU? Man hat eh das Handy im Auto, und die Kryptowährungen, abgesehn davon dass die sowieso unmöglich im großen Stil tatsächlich funktionieren können, davon gibts so viele, was immer da ein Hersteller einbaut ist garantiert immer nur eine Insel-Nischen-Lösung, die 90% der Kunden nichts nutzt. Kryptowährung IOTA, nie gehört..
- Transaktionen mit Behörden: Wiederum, wozu Blockchain?? Elektronische Plakette am Handy tuts genauso, geht auch ohne Blockchain. Das Pickerl klebt eh der Mechaniker drauf. Strafzettel könnte man halt digital bekommen und gleich abbuchen, hurra. Geht auch anders.
- "Dezentrale Blockchain gibt Nutzern und Firmen mehr Kontrolle über die Verkehrsdaten" - are you f*cking kidding me?!?! Da hat auch wer nicht verstanden was Blockchains eigentlich sind.. ein schwarzes Loch wo Daten reinkommen und dann auf ewig drin bleiben und überall hin verteilt werden. Das genaue Gegenteil von Kontrolle (das ist ja gerade der Witz an Blockchains, dass man sie eben nicht kontrollieren kann!). Ob und wie welche Daten erhoben und verarbeitet werden entscheidet allein die Software im Auto und am Server vom Hersteller. Die einzige Lösung darüber Kontrolle zu haben ist, die Software Open-Source zu machen und zu signieren. Aber natürlich wird sich da kein Hersteller in die Karten schaun lassen was die da alles mit den Daten anstellen..
- " .. und Kontrolle ob und wie die Daten monetarisiert werden. [..] .. Marktplatz für Fahrdaten.. " - Der feuchte Traum von irgendwelchen Marketing- und Sales-Fritzen. Denn das schwarze Gold von heute ist ja der Datenreichtum der Firmen, Staaten und Personen, der dringend kapitalisiert werden muss, wie Merkel das so schön sagt. Datenschutz darf da gar nicht erst im Weg stehn, ist nur lästig. Und wer ist nicht froh darüber, dass die Leasing-Firmen mit den Fahrdaten der Autos mit denen man rumfährt Geld verdienen, und wollte nicht immer schon einen Leasing-Vertrag wie einen Handy-Vertrag mit 20 Sub-Klauseln für die kilometerabhängige Abrechnung und der Möglichkeit, das Auto remote stillzulegen wenn man seine monatlichen Autobahn-Kilometer-Pauschale überzieht... Und selbst WENN man das machen wollen würde, gibts immer noch keinen besonderen Grund eine Blockchain zu verwenden. Wenn ich den GPS Sensor mit Spoofing umbiege oder das Auto auf Rollen stell um Kilometer abzuspulen, oder direkt am CAN-Bus die Sensordaten fälsche, nutzt eine Blockchain immer noch herzlich wenig dagegen. Einfach ordentliche End-To-End protection, Signatur an die Daten dran, Software per TPM Chip sichern, und Busse absichern, fertig. So wie man das halt seit jeher macht .. oder zumindest, wie man es seit jeher lernt und Security-Leute predigen dass man es macht. Dass davon in der Praxis kaum irgendwas gemacht wird, belegen die zahlreichen Security Incidents, die div. Forscher und Hacker immer wieder und regelmäßig finden, sowohl onboard als auch remote. Blockchain draufpappen hilft dann auch nix wenn man z.B. sein Infotainment Pfriemel-Linux direkt an den Steuerungsbus hängt...
- Fahrzeug ver- und entriegeln: Ebenfalls, Blockchain nutzt da absolut nix. Man-In-The-Middle Attacken mit Funk-Repeatern funktionieren damit genauso wie mit den jetzigen Schlüsseln. Und wiederum, selbst WENN man das ordentlich kryptographisch machen will, nimmt man Challange-Response Systeme (wie das ja hoffentlich alle Schlüsselsysteme bereits machen, als Replay Schutz) plus eben Funk-Repeater Schutzmechanismen (als Repeater Schutz), und speichert sich dann auch NICHT die Seed-Werte aller Kunden-Schlüssel in einer zentralen Datenbank (looking at you, RSA...).

Aber mittlerweile reiht sich "Blockchain" nahtlos in "Bio", "Nano" und "Cyber" ein. Man brauchts nur draufschreiben um schon in der Blase mitzuschwimmen, funktioniert sogar für Eistee:
https://www.theverge.com/2017/12/21/168 ... rrency-tea
´
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Beitrag von mastastefant » Do Mai 03, 2018 1:11 am

Ich weiß auch nicht, ob das ein Zeichen von Alter ist, aber mich zipft das auch extrem an, wenn Leute für Dinge die es schon ewig gibt plötzlich neue Namen einführen, als ob das irgendwas neues wär. Block Chain ist einfach ein glorifizierter Hash Tree. Genauso wie jetzt bei Computerspielen alle von "Lore", "PvE" und "PvP" etc reden .. Früher hieß das einfach "Story" bzw "Hintergrundgeschichte", "Singleplayer" und "Multiplayer"..

Und sogar die Wikipedia Seite zu Blockchains ist gleich mal falsch .. Da steht, Blockchains sind fault-tolerant für byzantinische Fehler und durch Blockchains wird dezentralised consensus erzielt. Das ist natürlich kompletter Quatsch. Dezentralen Konsens kann man nur durch einen Algorithmus erreichen, nicht durch eine Datenstruktur. Der Algorithmus dafür heißt "Mining" und ist im prinzip unabhängig davon. Die Effizienz von Mining ist etwa gleich dem von Bogus-Sort ("solange alle Zahlen zufällig durchmischen, bis sie sortiert sind"), "Algorithmus" und "lösen" sind da sehr hochgegriffene Worte finde ich.

Dass Mining der erste Algorithmus ist der Double-Spending löst, mithilfe von Blockchains, das lass ich mir noch irgendwie einreden (weil ich mich mit dem Problem von double-Spending nicht auseinandergesetzt habe), aber irgendwie kann ich das schwer glauben dass es da tatsächlich keinen besseren Algorithmus dafür gibt, bzw. nicht schon eine Lösung dafür gibt, mit "normalen" kryptographischen Methoden. Für dezentralen Konsens bei byzantinischen Fehlern gibts jedenfalls jede Menge Algorithmen, ist im Prinzip z.B. in jedem Flugzeug drin um Ausfallsicherheit beim Leitwerk zu garantieren, oder in Echtzeitsystemen um Uhren abzugleichen.
Da jetzt sicherzustellen dass alle Beteiligten statt Clock-Ticks Geld korrekt rauf- und runter zählen, kann da jetzt ja nicht so der große Unterschied sein. Und gegen eine Partitionierung vom Netzwerk (kompletter Kommunikationsverlust zwischen zwei Teilen des Netzwerks) hilft auch Blockchains und Mining nix, wie man ja daran merkt dass double-spending ja dann plötzlich doch wieder möglich ist wenn man die Währung (i.e, die Blockchain) einfach forkt, ohne den Signaturmechanismus im Fork zu ändern..
Aber der Teufel liegt bei sowas im Detail, drum glaub ichs jetzt halt mal.. Heißt aber jedenfalls sicher nicht das Mining der einzige Weg ist, double-Spending zu lösen (es ist aber wahrscheinlich der dümmste Weg).

Insbesonders sind "klassische" dezentrale Konsens-Algorithmen drauf ausgelegt, mit einer recht überschaubaren Anzahl an Teilnehmern eine recht kleine maximale Anzahl an Fehlern abzufangen. Bei Bitcoin hat man extrem viele Teilnehmer bei denen potentiell fast alle lügen und betrügen versuchen ( = byzantinische Fehler verbreiten). Das macht die Anforderungen an den Algorithmus und die Datenstruktur höher, um exponentielle Datenmengen zu vermeiden. Andererseits, es würde mich nicht wundern wenns da ein theoretisches unteres Limit gibt was man an Fehlertoleranz pro Datenvolumen/Rechenzeit erreichen kann. Und der Rechenaufwand mit Mining ist ja extrem hoch, und die Blockchain Größen im hunderte Gigabyte Bereich auch nicht gerade ein Effizienzwunder .. Im Gegensatz zu klassischen Algorithmen allerdings wird bei Mining und Blockchains das Datenvolumen und der Rechenaufwand obendrein nicht nur mit Anzahl Teilnehmer, sondern auch mit Anzahl der jemals getätigten Transaktionen immer höher, in klassischen (aka normalen) Algorithmen gibts so was nicht, da bestimmt einzig die Anzahl der Teilnehmer den Aufwand.
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